inFlux dance company
de | en

Die gestundete Zeit

Premiere 27.02.2010, 20.00  

Weitere Vorstellung in Bern
28. Februar 2010, 20.00  
Dampfzentrale Bern, Marzilistrasse 47,
3005 Bern
Dauer: ca. 60 Minuten

» Fotos
» Film

Die neue Produktion der Schweizer Tanzcompagnie inFlux, «Die gestundete Zeit», untersucht Zeit in ihren unterschiedlichsten Dimensionen. Vom ersten bis zum letzten Augenblick besteht unser Leben aus Zeit: Intervalle, Abfolgen, Rhythmisierungen, Kettenreaktionen und Wiederholungen. Höchste Zeit, einen Augenblick innezuhalten und unseren Umgang damit zu hinterfragen.

Wie lange ist eine Stunde? Wie lange dauern fünf Minuten - am Morgen, am Abend, bei der Arbeit, beim Essen, im Wartezimmer, in Bewegung oder im Ruhezustand, mit oder ohne Uhr?

Vergeht die Zeit wie im Fluge oder zieht sie sich hin wie eine Nacht am Nordpol zur Zeit der längsten Nächte? Wem schenken wir Zeit? Wem schulden wir Zeit? Warum verschwenden wir Zeit? Wie verschwendet man Zeit? Wofür sparen wir Zeit? Wo bleibt diese Zeit?

Warum streben wir ein immer schnelleres Tempo an und sind stolz darauf mehrere Dinge gleichzeitig zu tun? Um unseren Individualismus zu stärken? Zur Förderung einer gesunden Wirtschaft und eines Herzinfarktes?

«Die gestundete Zeit» fragt auch nach den entscheidenden Faktoren im Wettbewerb um die Zeit: Drei Frauen teilen mit dem Publikum Augenblicke des Alltagslebens, menschliche Momente, welche von Zeit dominiert sind. Wie reagieren sie darauf? Welche Mechanismen dominieren die Situationen? Die Szenen steigern sich durch Tempo und Wiederholungen bis zur Absurdität. Können sie diesem Teufelskreis entfliehen? In einem spannungsgeladenen Wettlauf gegen und mit der Zeit versuchen die Performerinnen inne zu halten. Wird mit dieser Kontemplation über die Zeit im Raum die strukturierte Stundung der Zeit durchbrochen?

Die von Kiko C. Esseiva eigens für «Die gestundete Zeit» komponierte Musik untersucht in Klang und Ton einen möglichen Ausbruch aus der strukturierten Zeit einer tickenden Uhr. Auf der Suche nach einem „organischen, unabhängigen“ Ton setzte er musikalische Akzente und hinterfragt somit die absolute Struktur von Zeit.

inFlux schenkt seinem Publikum eine Stunde Zeit, um Tanzende bei ihrer Arbeit zu erleben. Oder schenkt das Publikum inFlux seine Freizeit? Das ist die Frage. Es ist unsere Zeit, unsere Stunde, wir können darüber verfügen, wie wir wollen. Wie wir wollen?

Künstlerische Leitung: Lucía Baumgartner. Choreografie: Lucía Baumgartner in Zusammenarbeit mit den Mitwirkenden Tanz: Maja Brönnimann, Sarah Duc und Tekeal Riley. Musik: Kiko C. Esseiva. Lichtdesign: hellblau, Petra Waldinsperger. Kostüme: Sarah Bachmann. Videoinstallation: Stefanie Klemm. Dramaturgie Coaching: Christian Seiler. Produktionsassistenz: Alice Bordoloi.

«Die gestundete Zeit» wird unterstützt von: Burgergemeinde Bern, Ernst Göhner Stiftung, Kultur Stadt Bern, Migros Kulturprozent, SSA, Stanley Thomas Johnson Stiftung, Swisslos, Kultur Kanton Bern, BEKB und Dampfzentrale.